Die Geschichte von AFS



Die Geschichte des AFS begann mit dem ehrenamtlichen Engagement von US Amerikanern in Frankreich. 1910 gründeten sie in Paris die "American Ambulance", ein Krankenhaus für die dort lebende amerikanische Gemeinde. Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, engagierten sich vor allem amerikanische und französische Freiwillige als Ambulanzfahrer und organisierten ehrenamtlich den Transport von Verwundeten. Während des Ersten Weltkrieges steuerten 2.500 Freiwillige die 1.220 größtenteils von Ford gespendeten Fahrzeuge. 1915 wurde der bis dahin unabhängige Verband von Fahrern der französischen Armee zugeordnet. Dies war die offizielle Geburtsstunde des "American Field Service".

Im Zweiten Weltkrieg leistete der AFS Sanitätsdienste in Frankreich, im Mittleren Osten, in Nordafrika, Indien, Burma, Italien und 1945 auch in Deutschland. Nach der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen--Belsen leisteten 70 AFS Fahrer dort humanitäre Hilfe. Während der beiden Weltkriege wurden durch AFS mehr als 1,5 Millionen Verwundete versorgt.

Immer wieder arbeiteten die Sanitätsfahrer mit Helfern aus anderen Ländern zusammen. Aus dieser Zusammenarbeit entstand die Idee, zwischen den Kulturen einen Austausch zu organisieren und so künftigen Kriegen entgegenzuwirken. Bereits zwischen den Weltkriegen organisierte AFS Austauschprogramme für amerikanische und französische Studenten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Austausch wieder aufgenommen und ausgeweitet. Die ersten Schüler fuhren 1947 in die USA - sie kamen aus England, Frankreich, Griechenland, Ungarn, den Niederlanden, der Tschechoslowakei, Neuseeland, Norwegen und Syrien.

Schon ein Jahr später waren die ersten beiden Deutschen dabei - eine mutige Initiative so kurz nach Kriegsende. AFS konzentrierte sich bald ganz auf den Schüleraustausch in der Überzeugung, dass 16- bis 18-jährige Schüler durch die interkulturelle Erfahrung in einer Gastfamilie am stärksten geprägt werden.

Durch die finanzielle Unterstützung des amerikanischen State Department stellten in der ersten Hälfte der 50er Jahre deutsche Schüler die größte Teilnehmergruppe am AFS Programm. Nach ihrer Heimkehr wollten diese Schüler die erlebte Gastfreundschaft erwidern, ihre Erfahrungen mit anderen teilen und die AFS Idee weitertragen. Durch ihr Engagement konnten schon 1952, nur sieben Jahre nach Kriegsende, erste Gastschüler aus den USA nach Deutschland kommen.

Die freiwillige Arbeit der Sanitätswagenfahrer setzte sich im Einsatz zahlloser ehrenamtlicher Mitarbeiter fort. Nach den schrecklichen Kriegserfahrungen hofften die "Driver", in den Austauschprogrammen geschlossene Freundschaften würden dazu beitragen, den Frieden zu bewahren. Für diese Idee setzt sich AFS noch heute ein. Das bereits 1938 eröffnete "Musée Nationale de la Coopération Franco-Américaine" in Blérancourt (Frankreich) dokumentiert die frühe Geschichte von AFS.

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