Erfahrungsberichte von Awayees
Lettland - nur scheinbar unscheinbar
David, Lettland, Stipendiat der Landesstiftung Baden-Württemberg:

Sechs Monate, die wahnsinnig schnell vergingen, bin ich nun schon hier. Auch wenn inzwischen sehr viel passiert ist, kann ich mich an den ersten Tag noch gut erinnern. Er war voll mit Gefühlen... und ich war nicht traurig. Der Abschied in Deutschland verlief, wie man es sich vorstellt. Am Terminal werden die Eltern das letzte Mal gedrückt - und schon ist man weg ins Unbekannte.
Nach fast einem Jahr Vorbereitung war ich nun auf dem Weg in mein Wunschland "Lettland". Wobei ich dazu sagen muss, dass es das nicht von Anfang an war. Zuvor standen die typischen Austauschländer wie USA, Kanada und Australien ganz oben auf meiner Wunschliste. Doch finanzielle Gründe bewegten mich, sie noch ein Mal zu überlegen und Abenteuerlust trieb mich zu Lettland, ein kleines, leider unbeachtetes Land im Osten Europas. Damals war Lettland noch kein Mitglied der EU und daher noch weniger beachtet als vielleicht jetzt. [weiterlesen...]
Kaum Zeit zum Überlegen
Anna Schaub, Slowakei

Morgens um fünf Uhr fuhr ich mit meiner Mutter zum Frankfurter Flughafen. Dort ging alles ziemlich schnell. Gerade angekommen war ich schon auf der anderen Seite der Passkontrolle und die Reise in die Slowakei konnte losgehen.
Nach dem Survival Camp gleich nach der Ankunft kam endlich der große Moment, die Gastfamilien kamen, um uns abzuholen. Bei mir waren das mein Gastvater und meine Gastschwester. Beide hatten schon eine ziemlich weite Reise hinter sich, da sie in Trebisov wohnen, was so ziemlich am anderen Ende der Slowakei liegt. Ich war wahnsinnig aufgeregt, wie ich wohl die lange Fahrt bis dahin überleben sollte, weil ich ja kein Slowakisch konnte, die Leute nicht kannte und dann gleich mal sieben Stunden mit ihnen im Auto sitzen sollte. Es kam aber etwas anders als gedacht. [weiterlesen...]
Mein erstes Halbjahr in Connecticut, USA
Stefan Scharpf, DCB Stipendiat

Weihnachten geht nun seinem Ende zu und somit auch mein erstes Halbjahr hier in Connecticut, USA.
Ich weiß noch ganz genau, wie ich darauf wartete, dass meine Gastfamilie mich im Sommer abholte. Mit jeder Minute stieg die Anspannung. Endlich kamen sie und wenig später saßen wir zusammen im Auto, Richtung Connecticut. Schon in den ersten Minuten stellte sich heraus, dass mein jüngerer Gastbruder Lucas sehr gesprächig war wie auch der Rest der Familie. Der Rest der Familie, das sind: mein Bruder Joe, welcher sein AFS-Jahr 2 Wochen nach meiner Ankunft in Frankreich begann; mein Vater Nevin, bei dem es nicht lange dauerte herauszufinden, dass er den gleichen Humor hat wie ich; und meine Mutter Mary Linda, die zu sagen pflegt: "Wenn wir es nicht besser wüssten würde man glauben, dass du eines von seinen Kindern bist." Es ist wirklich erstaunlich, wie gut wir alle zusammenpassen. Und das von der ersten Minute an. [weiterlesen...]
Von Fußbädern und dem "Abenteuer Schule"
Tim Bohmann, DCB Stipendiat

Am Mittwoch, 10. August 2005, beginnt mein Auslandsjahr "offiziell" am Flughafen Stuttgart mit einem etwa 9stündigen Flug nach Chicago/Michigan. Dort angekommen ist mein erster Eindruck von den USA schlichtweg "umwerfend": Bepackt mit Koffer und Handgepäck, einem dicken Pullover und sehr erschöpft, trete ich aus dem klimatisierten Terminal in Chicago - und laufe buchstäblich gegen eine Wand: 33° C sehr schwüles Sommerwetter begrüßt mich im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" - Welcome to America!
Es ist kurz nach 18 Uhr Ortszeit, als mich meine neue "Familie auf Zeit" in Empfang nimmt.
Schon auf der Fahrt ist mir meine Familie sehr sympathisch: wir verstehen uns gut und die 40 Minuten Fahrt vergehen wie im Flug. Wir wohnen in einer noblen Gegend mit großen Häusern und riesigen, gepflegten Gärten, nur einige Minuten von der "Motorcity" Detroit entfernt. Das Haus gefällt mir auf Anhieb: modern, sauber und riesengroß - hier lässt es sich leben! Die große Überraschung kommt als letztes: meine Schwester studiert an der Universität in Ann Arbor und lebt dort in einer WG, ich werde daher in ihrem Zimmer leben - kein Problem. Das Zimmer ist lila. [weiterlesen...]

